Hört, hört! Die Musikschule wird achtzig.
©Marcel Hagen
Keine Schulglocke, kein Overhead- Projektor, keine KI. Die Rheintalische Musikschule Lustenau zeigt, dass Schule ganz anders sein.
Hier sitzen Lehrer:innen und Schüler:innen zusammen, um zu musizieren. Dieser Rahmen hat sich in den letzten 80 Jahren kaum verändert, die Schüler:innen hingegen umso mehr. Heute gibt das Digitale den Ton an, doch die Musikschule bildet einen Gegenpol. „In meiner Kindheit war das Analoge allgegenwärtig, das Digitale eher selten. Heute ist es andersherum“, sagt Dietmar Nigsch. „Beim physischen Spielen eines Instruments erzeugen die Kinder selbst den Klang. Sie erleben ihre Selbstwirksamkeit und lernen, dass der Prozess Geduld und Hingabe erfordert. Das ist heute wichtiger denn je.“
Musik spricht dort, wo Worte fehlen.
©Musikschule Lustenau
Was der Schriftsteller H. C. Andersen schon wusste: Wer gemeinsam musiziert, kann Sprachbarrieren überwinden, Menschen verbinden und Zusammenhalt über Grenzen hinweg schaffen. Auch Dietmar Nigsch stärkt seit seinem Amtsantritt 2023 die Rolle der Musikschule im Bildungssystem und hat beantragt, sie zur „Privaten Musikschule mit Öffentlichkeitsrecht“ zu machen. Nach dem einstimmigen Beschluss in der Gemeindevertretung wurde der Antrag an das Bildungsministerium weitergeleitet. Für die Schüler:innen bedeutet das anerkannte Abschlüsse, offizielle Vergleichbarkeit mit öffentlichen Bildungseinrichtungen und bessere Anschlussmöglichkeiten ans Musikstudium. Trotz der Umwidmung bleibt die Gemeinde Trägerin der Musikschule.
Seit 1991 nehme ich Violine- Einzelstunden und zusammen mit anderen Streichern bildete sich ein Kammerorchester. Das gemeinsame Musizieren macht mir besonders viel Freude, weil wir mit den Lehrern und unter uns einen engen, freundschaftlichen Zusammenhalt pflegen.
Eine Hommage und etwas Zukunftsmusik
©Musikschule Lustenau
Vor 80 Jahren waren die Unterrichtsräume auf verschiedene Gebäude in ganz Lustenau verteilt. Erst 1958 zogen sie gemeinsam in das alte Rathaus und 20 Jahre später durfte die Schule an ihrem Standort in der Maria-Theresien-Straße ankommen. Heute zählt die Rheintalische Musikschule zu den größten Musikschulen Vorarlbergs – hier lernen und lehren 65 Lehrkräfte und rund 2.500 Schüler:innen aus dem Einzugsgebiet Lustenau, Höchst, Fußach, Gaißau und der angrenzenden Schweiz. „Die Musikschule ist sehr stark im Ort verankert, darauf kann Lustenau sehr stolz sein“, so der Direktor. „Ich kann nur alle einladen, diese Gelegenheit zu nutzen und in die Musikschule zu kommen.“ Übrigens: Zum 80. Jubiläum wird von der Musikschule noch viel zu hören sein.
„Seit Herbst 2024 bin ich in der Musikschule und es gefällt mir gut, weil ich viel lerne und wir auch Spaß haben. Ich erinnere mich gern an den Förderpreiswettbewerb.“