Antonia Hauser holt Gold nach Lustenau 22. Juni 2026

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Die Freude in der Bärenmetzgerei von Hannes Bösch in der Maria-Theresien-Straße 78 ist groß. Antonia Hauser hat im April beim Landeslehrlingswettbewerb der Fleischverarbeiter:innen ihr handwerkliches Können unter Beweis gestellt und sich den ersten Platz geholt.

Lehre in Lustenau

Bärenmetzg_AntoniaHauser_web@MarcelHagen(6) Chef Hannes Bösch und Seniorchef Hermann Bösch sind stolz auf ihren Lehrling Antonia

Antonia Hauser ist 19 Jahre alt, kommt aus Steeg im Tiroler Lechtal, wo ihre Familie einen Mutterkuhbetrieb führt, und ist im dritten Lehrjahr. Vor der Lehre hat Antonia die Fachschule für Landwirtschaft am BSBZ in Hohenems absolviert, wo sie im Praxisunterricht erste Einblicke in diesen vielseitigen und interessanten Handwerksberuf gewinnen konnte. Auf ihren Lehrbetrieb ist sie durch einen Metzger aus der Nachbarortschaft im Lechtal aufmerksam geworden, der ebenfalls in der Bärenmetzg die Lehre gemacht hat. Antonia schätzt den abwechslungsreichen und vielseitigen Arbeitsalltag sehr. Wichtig ist ihr auch die gegenseitige Unterstützung und ein gutes Miteinander im Team. Jugendlichen, die auf der Suche nach ihrem Traumberuf sind, rät Antonia: „Macht, was euch wirklich Spaß macht. Es ist wichtig, auf die eigenen Interessen zu achten und nicht nach dem zu gehen, was gerade „beliebt“ ist oder von anderen erwartet wird. Außerdem empfehle ich, viel schnuppern zu gehen und verschiedene Berufe auszuprobieren.“

Abenteuer Lehrlingswettbewerb

Bärenmetzg_AntoniaHauser_web@MarcelHagen(9) Lustenau gratuliert: v.l.n.r.: Hermann Bösch, Theresa Braun (Lustenau Marketing), Hannes Bösch, Antonia Hauser, Bgm. Patrick Wiedl, GR Simon Ender

Um auf ihre Lehrabschlussprüfung im heurigen Herbst gut vorbereitet zu sein, hat sich Antonia zur Teilnahme am Landeslehrlingswettbewerb entschieden. Das ganze Team der Bärenmetzg – allen voran Chef Hannes und Arbeitskollege Hans – haben sie in den Vorbereitungen unterstützt. Beim Wettbewerb im WIFI in Hohenems, an dem 15 Lehrlinge aus dem dritten Lehrjahr teilnahmen, gab es die verschiedensten Aufgaben zu bewältigen: Am Vormittag standen das Ausbeinen und Zerlegen von Rind und Schwein sowie das Zuputzen von Fleischstücken und das verkaufsfertige Herrichten auf dem Programm. Nach der Mittagspause mussten Wienerle und Schüblinge hergestellt werden. Während der Prüfung wurden Technik und Arbeitsweise der Kandidat:innen genau beobachtet. Am Anfang noch ein wenig aufgeregt, konnte sich Antonia dennoch voll auf ihre Aufgaben konzentrieren und mit ihrer herausragenden Leistung den Sieg holen. Lustenau gratuliert herzlich und wünscht viel Erfolg für die Zukunft!

Hier das ganze Interview mit Antonia lesen

Lustenau Marketing (LuMa): Antonia, woher kommst du und was hast du vor deiner Lehre gemacht?
Antonia: Ich bin 19 Jahre alt und komme aus Steeg im Tiroler Lechtal. Schon als kleines Kind war ich mit meinem Opa im Stall und habe ihn beim Heuen im Sommer unterstützt. Seit rund zehn Jahren führen meine Eltern diesen kleinen Mutterkuhbetrieb im Lechtal weiter, wodurch ich früh einen engen Bezug zur Landwirtschaft entwickeln konnte. Daher stand für mich fest, dass ich den Facharbeiter in der Landwirtschaft absolvieren möchte. Aus diesem Grund besuchte ich die Landwirtschaftsschule in Hohenems, die ich am 17. Mai 2024 mit gutem Erfolg abgeschlossen habe.

LuMa: Wie bist du zum Lehrberuf Fleischverarbeiterin gekommen?
Antonia: Durch den Praxisunterricht in der Landwirtschaftsschule konnte ich bereits erste Einblicke in den Beruf der Fleischverarbeiterin gewinnen. Dabei habe ich schnell gemerkt, wie vielseitig und interessant dieses Handwerk ist. Ausschlaggebend für meine Berufswahl war jedoch vor allem, dass es in unserer Region kaum noch Metzgereien gibt. Dadurch müssen z.B. unsere Rinder vor der Schlachtung oft weite Transportwege auf sich nehmen, was ich sehr bedauerlich finde. Deshalb habe ich mich entschieden, diesen Beruf zu erlernen und mir das nötige Fachwissen anzueignen. Besonders wichtig war mir dabei, den gesamten Prozess kennenzulernen – von der Schlachtung über die Zerlegung bis hin zur Verarbeitung und dem fertigen Produkt.

LuMa: In welchem Lehrjahr bist du?
Antonia: Ich befinde mich derzeit im dritten Lehrjahr meiner Ausbildung zur Fleischverarbeiterin.

LuMa: Wie hast du deinen Lehrbetrieb gefunden?
Antonia: Auf meinen Lehrbetrieb bin ich durch unseren Metzger aus der Nachbarortschaft aufmerksam geworden. Er hat selbst seine Lehre in der Bärenmetzg absolviert und mir diesen Betrieb empfohlen. Durch seine positiven Erfahrungen und seine Vermittlung erhielt ich schließlich die Möglichkeit, dort meine Lehre zu beginnen. Darüber bin ich sehr froh und unfassbar dankbar. Anfangs haben mir vermutlich nicht viele zugetraut, diesen Beruf auszuüben, da die Arbeit körperlich anspruchsvoll ist und noch immer oft als Männerberuf angesehen wird. Gerade als Frau musste ich manchmal beweisen, dass ich den Anforderungen gewachsen bin. Umso mehr freut es mich, dass ich mittlerweile zeigen konnte, dass man mit Einsatz, Interesse und Durchhaltevermögen unabhängig vom Geschlecht erfolgreich in diesem Beruf sein kann.

LuMa: Was ist dir im Arbeitsalltag wichtig?
Antonia: Mir ist es wichtig, jeden Tag etwas Neues dazuzulernen und mich ständig weiterzuentwickeln. Ich schätze es sehr, wenn mir meine Kollegen Tipps geben, wie ich Arbeitsabläufe besser, schneller oder geschickter ausführen kann. So kann ich meine Fähigkeiten laufend verbessern und von den Erfahrungen anderer profitieren. Außerdem war es mir wichtig, einen Beruf zu wählen, in dem nicht jeder Tag gleich ist. Genau das gefällt mir an meiner Arbeit. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen und Aufgaben mit sich, wodurch der Beruf sehr abwechslungsreich und vielseitig bleibt. Ein weiterer wichtiger Punkt für mich ist ein gutes Arbeitsklima. Ein respektvoller Umgang, gegenseitige Unterstützung und ein gutes Miteinander im Team tragen wesentlich dazu bei, dass man gerne zur Arbeit geht.

LuMa: Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Antonia: In meiner Freizeit helfe ich gerne auf unserem Hof mit und verbringe viel Zeit bei unseren Tieren. Da ich auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen bin, gehört die Arbeit mit den Tieren und in der Natur einfach zu meinem Alltag und macht mir großen Spaß. Außerdem gehe ich sehr gerne wandern und erkunde die Berge in unserer Region. Generell bin ich am liebsten draußen unterwegs und genieße es, Zeit in der Natur zu verbringen. Ob beim Wandern, Arbeiten am Hof oder bei anderen Aktivitäten im Freien – Hauptsache, ich kann etwas in der Natur unternehmen.

LuMa: Was hat dich bewogen, beim Landeslehrlingswettbewerb teilzunehmen?
Antonia: In der Berufsschule wurde uns der Landeslehrlingswettbewerb als gute Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung empfohlen. Für mich war es eine Möglichkeit, einen ersten Eindruck davon zu bekommen, wie eine Prüfungssituation abläuft und welche Anforderungen auf mich zukommen. Außerdem fand ich es spannend, meine eigenen Fähigkeiten und Leistungen mit denen meiner Mitschülerinnen und Mitschüler zu vergleichen. So konnte ich sehen, wo ich bereits gut aufgestellt bin und in welchen Bereichen ich mich noch verbessern kann. Gleichzeitig war es eine gute Gelegenheit, neue Erfahrungen zu sammeln und mich einer zusätzlichen Herausforderung zu stellen.

LuMa: Wer hat dich in den Vorbereitungen unterstützt?
Antonia: In den Vorbereitungen haben mich besonders mein Arbeitskollege Hans und mein Chef Hannes unterstützt. Sie haben mir mit vielen Tipps und praktischen Tricks geholfen, mich gut auf den Wettbewerb vorzubereiten. Ohne ihre Unterstützung wäre das Ergebnis sicher nicht so gut ausgefallen. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar, da sie mich nicht nur fachlich, sondern auch motivierend begleitet haben.

LuMa: Wie war die Stimmung beim Wettbewerb?
Antonia: Am Anfang waren viele Teilnehmende nervös und aufgeregt. Sobald wir jedoch mit der Arbeit begonnen haben, legte sich die Nervosität schnell. Danach lag der volle Fokus nur noch auf den Aufgaben, und man hat versucht, sein Bestes zu geben. Insgesamt war es trotz der Anspannung eine konzentrierte und angenehme Arbeitsatmosphäre.

LuMa: Wie viele Teilnehmer:innen sind angetreten?
Antonia: Es waren 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

LuMa: Wo hat der Wettbewerb stattgefunden?
Antonia: Der Wettbewerb hat im WIFI in Hohenems stattgefunden.

LuMa: Wie läuft so ein Wettbewerb ab? Wie lange hat man Zeit? Was sind die Aufgaben?
Antonia: Der Wettbewerb beginnt mit dem Ausbeinen und groben Zerlegen eines Rinderteilstückes. Dabei achten die Prüfer sehr genau auf die richtige Arbeitsweise und Sauberkeit. Für diesen Teil hatten wir etwa 50 Minuten Zeit. Anschließend mussten wir das Rindfleisch sauber zuputzen und verkaufsfertig herrichten sowie Fett- und Fleischzuschnitte fachgerecht sortieren. Danach wurde die Arbeit von den Prüfern kontrolliert, bewertet und es wurden uns auch Tipps gegeben, was gut gemacht wurde und wo noch Verbesserungen möglich sind. Gleich darauf ging es weiter mit dem Ausbeinen und groben Zerlegen einer halben Schweinehälfte, wofür uns rund 45 Minuten zur Verfügung standen. Auch hier wurde während der Arbeit sehr genau auf unsere Technik und Arbeitsweise geachtet.

Im nächsten Schritt mussten die Fleischstücke ladenfertig vorbereitet, fachgerecht sortiert und teilweise abgeschwartet werden. Dafür hatten wir etwa 60 Minuten Zeit. Anschließend erfolgten wieder die Bewertung und Besprechung durch die Prüfer. Nach einer Mittagspause folgte der Prüfungsbereich Wursterzeugung. Hier stellten wir etwa 4–5 kg Wienerle her, die mit dem Vakuumfüller gespritzt und auf ca. 130 g pro Paar abgedreht wurden. Zusätzlich mussten 4-5 kg Schüblinge gebunden werden, wobei jedes Stück etwa 140 g haben sollte. Dabei wurde besonders auf die feste und pralle Füllung der Därme, das Abdrehen und das saubere Abbinden geachtet. 

Zum Abschluss wurden alle Arbeiten kontrolliert, bewertet und besprochen.
Danach wurde alles gemeinsam aufgeräumt und gereinigt.

LuMa: Wann hast du Lehrabschlussprüfung? Wie bereitest du dich darauf vor?
Antonia: Der genaue Termin für meine Lehrabschlussprüfung steht derzeit noch nicht fest, voraussichtlich wird sie jedoch im September oder Oktober dieses Jahres stattfinden. Zur Vorbereitung lerne ich vor allem intensiv für den theoretischen Teil. Im praktischen Bereich übe ich viel im Betrieb und versuche, meine Arbeitsabläufe zu verbessern. Dabei hole ich mir auch regelmäßig Tipps von meinem Chef und meinen Arbeitskollegen, um mich bestmöglich weiterzuentwickeln und gut vorbereitet in die Prüfung zu gehen. 

LuMa: Was sind deine beruflichen Pläne für die Zukunft?
Antonia: Mein erstes Ziel ist es, die Lehrabschlussprüfung erfolgreich zu bestehen. Alles Weitere werde ich danach entscheiden, da ich mir noch nicht ganz sicher bin, wie mein beruflicher Weg genau weitergehen wird. Auf jeden Fall möchte ich noch eine Weile im Beruf bleiben und meine Fähigkeiten weiterentwickeln sowie neue Erfahrungen sammeln.

LuMa: Hast du Tipps, die du Jugendlichen für die Berufswahl mit auf den Weg geben möchtest?
Antonia: Mein wichtigster Tipp ist, etwas zu wählen, das einem wirklich Spaß macht. Es ist wichtig, auf die eigenen Interessen zu achten und nicht nur nach dem zu gehen, was gerade „beliebt“ ist oder von anderen erwartet wird. Außerdem würde ich empfehlen, unbedingt schnuppern zu gehen und verschiedene Berufe auszuprobieren. So bekommt man einen echten Eindruck vom Arbeitsalltag und kann besser entscheiden, was wirklich zu einem passt. Je mehr Erfahrungen man sammelt, desto leichter fällt die richtige Berufswahl.

LuMa: Danke dir für das Interview Antonia. Wir wünschen dir alles Gute für deine Zukunft!