HAS³: Berufliche Weichenstellung mit Zukunft 15. Mai 2019

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Handelsschule plus Lehre: Fünf Jahre, die ein junges Leben entscheidend und nachhaltig verändern können. 24 Schülerinnen und Schüler haben sich für Handelsschule plus Praxis plus Lehre entschieden. Auf dem Weg in Richtung Zukunft mit Coach Günter Hämmerle und Mitgliedsbetrieben des Gewerbevereins Lustenau.

Ein toller Start in eine aufregende Zeit: 24 Schülerinnen und Schüler der HAS3-Klasse Lustenau sind Teil eines neuen Projektes, das Handelsschule und Lehre miteinander verbindet. Was die Bezauer Wirtschaftsschulen österreichweit vorgemacht haben, wird seit diesem Jahr nun auch an der HAK/HAS Lustenau umgesetzt. Das Prinzip ist einfach, aber wirkungsvoll: Zuerst drei Jahre Schule, während dieser Zeit jede Menge Praxis und dann kommt die Lehrzeit, die sich sogar noch um ein Jahr verkürzt. Und damit signifikante berufliche Mehr-Chancen, die gerade für Jugendliche ein wichtiges Sprungbrett in Richtung Zukunft sind. Aber auch die teilnehmenden Lustenauer Betriebe versprechen sich vom neuen HAS3-Konzept einiges. Was genau das ist, weshalb sie mitmachen und welche Funktion Coach Günter Hämmerle dabei hat – wir haben nachgefragt.

Neuer Ausbildungszweig

Noch bessere Karrierechancen – jungen Menschen, die die Handelsschule Lustenau besuchen, soll genau das ermöglicht werden. Der neue Ausbildungszweig „HAS3 – Handelsschule+Praxis+Lehre“ zielt genau darauf ab. Gemeinsam mit dem Gewerbeverein Lustenau heißt es deshalb: Zuerst gibt’s die grundlegende kaufmännische Ausbildung, anschließend wird eine handwerkliche oder technische Lehre in einem Lustenauer Betrieb „draufgesetzt“. Die positive Folge: bessere Chancen am Arbeitsmarkt. „Die teilnehmenden Betriebe bekommen im Gegenzug gut ausgebildete und motivierte Lehrlinge“, erklärt Günter Hämmerle, der die wichtige Funktion als „Coach“ für die HAS3-Klasse übernommen hat. „Meine Aufgabe ist es, die Jugendlichen während dieser Zeit zu begleiten, Praktika, Schnuppertage und andere Veranstaltungen in diesem Zusammenhang zu planen und zu organisieren. Des Weiteren übernehme ich die Koordinationsaufgaben mit den teilnehmenden Betrieben“, so Hämmerle.

Aufs Berufsleben vorbereiten

​Wie er zu dieser Aufgabe kam? „Der Direktor der HAK/HAS Lustenau, Johann Scheffknecht, hat mich direkt gefragt. Ich arbeite sehr gerne mit Jugendlichen, habe selbst hier unterrichtet und bin überzeugt, dass dieses Projekt Zukunft hat. Natürlich sind die Schülerinnen und Schüler noch sehr jung, müssen geführt und generell auf das Berufsleben,
aber auch auf das Leben selbst vorbereitet werden. Da ergeben sich zahlreiche Herausforderungen, die wir gemeinsam meistern müssen“, erklärt Günter Hämmerle. „Natürlich ist das nicht immer leicht, es sind ja schließlich noch sehr junge Menschen. Viele wissen in dem Alter noch nicht, was sie beruflich später gerne machen möchten, wo ihre Talente liegen. Aber genau dafür sind wir ja auch da: ihnen eine Orientierung zu geben, Möglichkeiten zu eröffnen und sie über diese ganzen fünf Jahre auf einer soliden Basis in Richtung Zukunft zu führen. Ein wichtiger Eckpfeiler ist da natürlich der Gewerbeverein Lustenau mit den teilnehmenden Firmen. Wir freuen uns, dass derart reges Interesse besteht und sie das Projekt mit ihrer Teilnahme unterstützen. Wir sind alle sehr gespannt, wie die ersten Teilergebnisse ausfallen werden“, so Hämmerle abschließend.

HAS³: Handelsschule+Praxis+Lehre

Hoch drei“ steht laut Günter Hämmerle für den „dreifachen Vorteil“: nämlich kaufmännische Grundausbildung, Praxis und handwerkliche oder technische Lehre. Weitere Informationen sind beim Gewerbeverein Lustenau (Markus Hämmerle, 05577 830 55) oder in der Direktion der HAK/HAS Lustenau (05577 820 22) erhältlich.

„Nach dem Infoabend war ich sofort Feuer und Flamme. Mir hat es gefallen, dass die Handelsschule durch die diversen Praxisstunden und die Maßnahmen für Persönlichkeitsentwicklung aufgegeppt wird. Ebenfalls die Möglichkeit, in fünf Jahren zwei Lehrberufe erlernen zu können, ist sicherlich ein Ansporn für manche Jugendliche. Mich würde es sehr freuen, wenn die Schüler durch dieses Projekt wieder mehr Interesse an einer Lehre generell haben und wenn wir wieder mehr Lehrlinge in Lustenau begrüßen dürfen.“

- Ulrike Fink, Krönele Lustenau

„Ich freue mich sehr, dass wir bei diesem Projekt mit dabei sind, aus guten Gründen. Das Thema „Qualifizierte Lehrlinge suchen und finden“ ist schließlich eines, das uns alle bewegt und angeht. Generell ist die Verbindung von Schule und kaufmännischem Wissen mit einer fundierten Lehre eine optimale, wie ich finde. Und die Jungen haben dadurch genügend Zeit, sich in Ruhe und kontinuierlich in Richtung Berufswelt zu bewegen. Durch Praktika, Schnuppertage und vieles mehr sehen sie, was der zukünftige Beruf mit sich bringen wird und was auf sie zukommt. Und auch wir als Lehrbetrieb können sie in dieser Zeit vorab begleiten und in die Richtung, die sie sich ausgesucht haben, leiten. Wir sind sehr gespannt, was daraus wird und gehen das Projekt hochmotiviert an.“

- Mag. Christine Schwarz-Fuchs, BuLu

„Ich habe das Projekt im Bregenzerwald gesehen und für mich war klar: Das wäre doch auch was für Lustenau! Der Grund: Ich sehe hier nur Vorteile. Zum Beispiel, dass die Jugendlichen mehr Zeit haben, sich für ihren Beruf zu entscheiden. Oder dass sie die Betriebe schon vorab gut kennenlernen. Und auch wir als Ausbildungsbetrieb bekommen schon früh ein Gefühl für den zukünftigen Lehrling. Zudem ist die Verbindung kaufmännische Ausbildung plus Lehre optimal, finde ich. Und auch das Alter kommt hinzu: wer mit ca. 18 Jahren eine Lehre beginnt, ist einfach reifer und weiß mehr, was er will. Ich bin überzeugt, dass das ein zukunftsweisendes Projekt für beide Seiten wird!“

- Stefan Hämmerle, DACHI

„Ich habe mich für Handelsschule und eine Lehre entschieden, weil ich in den drei Jahren mehr über meine Neigungen und Interessen herausfinden will. Auf diesem Weg möchte ich meine Berufung erkennen und nach der Abschlussprüfung eine Lehre beginnen, die mir Spaß macht – etwas machen, in dem ich wirklich gut bin. Bisher entspricht die Schule meinen Erwartungen. Viele Lehrerinnen und Lehrer sind wirklich nett und bemühen sich sehr um uns.“

- Yasemin Demirtas, 17 Jahre

„Ich bin vor rund vier Jahren von Bosnien nach Vorarlberg gezogen und hatte anfangs Schwierigkeiten mit der Sprache. Trotzdem habe ich mich durchgekämpft und besuche heute die 1. Klasse HAS in Kombination mit einer späteren Lehre in Lustenau. Mir haben viele nicht zugetraut, dass ich das schaffe – aber ich habe durchgehalten und an mich geglaubt. Der Start war schon mal richtig gut. Ich freue mich auf die Kombination von Schule und Lehre, und dass ich später einen Beruf ergreifen kann, der mich erfüllt und in dem ich meine Talente einbringen kann.“

- Dzenita Badi, 17 Jahre

Mag. Verena Jussel
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