Lustenau – New York – Jordanien 7. November 2018

Dennis-Vetter

Der Lustenauer Dennis Vetter hat schon einiges erlebt mit seinen 24 Jahren. Bei der Vereinten Nationen in New York vertrat er Österreichs Jugend, lernte in Jordanien Arabisch, lebte mit Beduinen in der Wüste und studiert nun in der Palästinenserstadt Nablus.

„Meine Erfahrungen in New York waren fantastisch“, zeigt sich Dennis Vetter begeistert. Jährlich entsenden Österreich und etwa 50 andere Länder junge Delegierte zu den Vereinten Nationen, die die Interessen der Kinder und Jugendlichen ihres Landes vertreten. Dennis hatte sich 2016 dafür beworben und wurde ausgewählt. „Das Interesse für diese Art der Arbeit stammte von Jahren politischen Engagements und meinem Studium der Politikwissenschaft“, so der Lustenauer. Während der drei Wochen an der UN machte er sich stark für Themen wie beispielsweise Wählen ab 16 – ein österreichisches Unikat. Außerdem sprach er über andere österreichische Stärken wie das System der Lehre.

Vor der UN-Generalversammlung

„Es gab mir einen sehr tiefen Einblick in die Arbeit des österreichischen Außenministeriums bzw. der Vereinten Nationen“, so Vetter. Noch interessanter sei es gewesen, die informellen Aspekte dieser Arbeit kennenzulernen, etwa Verhandlungen außerhalb des offiziellen Rahmens – „so genannte Kaffeeautomatendiplomatie“, erklärt der 24-Jährige. „Am stärksten in Erinnerung geblieben ist mir aber die Rede, die ich vor der Generalversammlung halten durfte – wie nervös ich davor und wie erleichtert ich im Anschluss war.“

Von der Ostküste in den Nahen Osten

Nach New York kam Jordanien. „Ich war in Amman und habe neun Monate lang intensiv Arabisch gelernt“, erzählt Dennis Vetter. Anschließend lebte und arbeitete er etwa zwei Monate bei einem Beduinenstamm in der Wüste. „Die Beduinen leben nach wie vor sehr traditionell und verdienen ihr Geld zum Teil mit Tourismus.“ Menschen aus aller Welt verbringen dort eine oder zwei Nächte, befahren die Wüste, gehen Klettern oder Wandern. „Ich habe mich um die Kamela, Schafe, Ziegen und Hühner gekümmert, hab das Lager sauber gehalten und Essen gekocht – es gab jeden Tag Reis und Brot. Aber vor allem lernte ich die Kultur und Sprache der Beduinen kennen, das war mein eigentliches Motiv“, erklärt der Student.

Schnell eingelebt

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Seit kurzem lebt der Lustenauer in Nablus, einer palästinensischen Stadt im Westjordanland, und besucht ein Sprachprogramm mit Schwerpunkt Politik und Wirtschaft. „Es hat mich etwas überrascht, wie einfach ich mich im Nahen Osten eingelebt habe“, erklärt er. Natürlich gebe es kleine Dinge des Lebens, die anders sind: der fehlende Wasserdruck in der Dusche, die klirrende Kälte in der Wohnung während des Winters und die sengende Hitze im Sommer, oder dass es keinen Käse gibt. „Die grüne Natur fehlt mir“, so der Lustenauer. „Im Frühling habe ich den Geruch von frisch gemähtem Gras, der symbolisch für mich sonst die wärmere Jahreszeit einläutet, vermisst.“ Dennis Vetter kann es sich jedoch problemlos vorstellen, dort auch länger zu wohnen und zu arbeiten und möchte sich weiterhin auf den Nahen Osten konzentrieren.